Das Amuse-Bouche – auch «Gruss aus der Küche» oder früher «Amuse-Gueule» genannt – ist ein einzelner, mundgerechter Happen, der ungefragt und gratis an den Tisch kommt, sobald die Gäste bestellt haben. Es ist ein Gastfreundschaftszeichen und eine kleine Visitenkarte der Küche: In einem oder zwei Bissen soll es Appetit machen, die Sinne wecken und einen Vorgeschmack auf Stil und Qualität geben.
Typischerweise besteht ein Amuse-Bouche aus wenigen, präzise abgestimmten Komponenten – etwa ein Löffel Suppe, eine kleine Tartelette, ein Häppchen mariniertes Gemüse, ein Espuma (Schaum) oder ein kleines Stück Fisch. Es wird meist nach der Bestellung und vor der Vorspeise gereicht, oft während man auf den ersten Gang wartet. Häufig erklärt der Service kurz, was serviert wird. In gehobenen Menüs kann es auch mehrere solcher Grüsse hintereinander geben.
Man findet Amuse-Bouches vor allem in gehobenen Restaurants, in Betrieben mit Gault-Millau-Punkten oder Michelin-Auszeichnung und generell dort, wo ein Mehrgang-Menü im Zentrum steht. In einfachen Bistros oder beim Tagesmenü sind sie unüblich. Da sie ein Geschenk der Küche sind, tauchen sie nicht auf der Rechnung auf – man muss und kann sie nicht extra bestellen.
Worauf achten: Wer Allergien oder Unverträglichkeiten hat, sollte diese bereits bei der Reservation oder Bestellung nennen, denn das Amuse-Bouche kommt unaufgefordert und enthält teils Nüsse, Meeresfrüchte, Gluten oder Alkohol. Vegetarier und Veganer weisen am besten vorab darauf hin, damit die Küche einen passenden Gruss vorbereitet. Nicht zu verwechseln mit dem «Pre-Dessert» – einem kleinen süssen Gruss vor dem eigentlichen Dessert.