Die Vliestapete (auch Vlies-Tapete) hat die klassische Papiertapete in den letzten Jahren weitgehend abgelöst und ist heute der Standard bei Renovationen. Ihr Trägermaterial besteht aus einem Vliesstoff, der weder aufweicht noch quillt. Dadurch muss die Tapete vor dem Anbringen nicht eingeweicht werden und verzieht sich nicht – ein grosser Vorteil gegenüber Papiertapeten, bei denen exakte Weichzeiten eingehalten werden müssen.
Beim Verarbeiten wird der Kleister mit der Rolle direkt auf die Wand aufgetragen. Anschliessend wird die trockene Tapetenbahn Stück für Stück angesetzt, glatt gestrichen und die Kanten Stoss an Stoss (nicht überlappend) angelegt. Weil kein Verzug entsteht, gelingen die Nähte präziser. Am Ende werden überstehende Ränder oben und unten mit dem Cutter sauber abgeschnitten.
Vliestapeten gibt es in vielen Varianten: als bereits fertig bedruckte Motivtapete, als Struktur- oder Prägetapete und als weisse, überstreichbare Rauhfaser- oder Glattvlies-Variante. Letztere wird nach dem Tapezieren mit Wandfarbe gestrichen und lässt sich später mehrfach neu überstreichen. Ein weiterer Pluspunkt: Vliestapeten lassen sich meist trocken und rückstandsfrei wieder von der Wand abziehen, was den nächsten Renovationszyklus erleichtert.
Sinnvoll ist eine Vliestapete überall dort, wo eine strukturierte, langlebige und leicht überstreichbare Wandfläche gewünscht ist – im Wohn- und Schlafbereich ebenso wie in Fluren. Für stark feuchtebelastete Räume gibt es spezielle, feuchteresistente Ausführungen.
Inklusive Material und Arbeit liegen die Kosten fürs Tapezieren mit Vliestapete in der Schweiz meist bei rund CHF 25 bis 55 pro m², bei aufwändigen Motiven oder Vorarbeiten auch höher. Reine Materialkosten für die Tapete bewegen sich je nach Design etwa zwischen CHF 5 und 40 pro m² (Richtwerte, ohne Gewähr).