Beim Abtönen wird einer weissen oder hellen Basisfarbe eine konzentrierte Abtönfarbe beigemischt, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. In der Praxis geschieht das heute meist maschinell: An der Farbmischstation im Fachhandel wird nach einem exakten Rezept (Farbcode, z. B. nach NCS oder RAL) eine reproduzierbare Menge Pigment eindosiert und mit einem Rüttler eingemischt. So lässt sich derselbe Ton später problemlos nachbestellen – wichtig, wenn eine Wand ausgebessert oder eine weitere Dose gebraucht wird.
Abtönen von Hand ist ebenfalls möglich, etwa mit Abtönkonzentrat aus der Flasche. Der Nachteil: Die Farbe lässt sich schwer exakt reproduzieren, und man muss immer genügend Material auf einmal anmischen, um Farbunterschiede zwischen den Dosen zu vermeiden. Zudem gilt die Faustregel, dass der maximale Pigmentanteil begrenzt ist – zu viel Abtönfarbe kann die Deckkraft, den Glanzgrad und die Abriebfestigkeit der Wandfarbe beeinträchtigen. Sehr kräftige, satte Töne kauft man daher besser als fertig eingefärbte Volltonfarbe.
Der Ablauf im Fachhandel: Farbton auswählen (Farbfächer oder Muster), Basisfarbe und Menge bestimmen, Rezept an der Maschine eingeben, tönen lassen und aufrütteln. Wichtig ist, nach dem Abtönen einen Probeanstrich an der Wand zu machen und trocknen zu lassen, denn Farbtöne wirken nass anders als trocken und je nach Lichtverhältnissen im Raum unterschiedlich.
Abtönen lohnt sich immer dann, wenn ein individueller, nicht standardisierter Farbton gewünscht ist oder wenn nur kleine Mengen einer bestimmten Farbe gebraucht werden. Für gängige Standardtöne ist fertig gemischte Farbe oft günstiger und farbsicherer.
Das maschinelle Abtönen im Fachhandel kostet je nach Menge und Farbtiefe meist nur wenige Franken Aufpreis pro Gebinde; der Hauptkostenfaktor bleibt die Wandfarbe selbst und die Malerarbeit (Richtwerte, ohne Gewähr).