Der Estrich ist eine unsichtbare, aber entscheidende Schicht im Bodenaufbau. Er liegt zwischen der Rohdecke (oft mit Dämmung und Trennlage) und dem sichtbaren Belag wie Parkett, Plättli oder Vinyl. Seine Aufgabe ist es, eine tragfähige, ebene und massgenaue Fläche zu schaffen, auf der der Belag sauber verlegt werden kann. In den meisten Wohnbauten wird zudem die Bodenheizung im Estrich eingebettet.
Man unterscheidet vor allem zwei Bauweisen. Der klassische Zementestrich wird als erdfeuchte Masse eingebracht, abgezogen und geglättet – er ist robust und günstig, braucht aber lange zum Austrocknen. Der Fliessestrich (meist auf Anhydrit-/Calciumsulfat-Basis) wird flüssig eingegossen, verläuft praktisch von selbst und ergibt eine sehr ebene Fläche; er umschliesst Heizrohre besonders gut und ist schneller belegereif.
Der Ablauf: Nach dem Verlegen von Dämmung, Randdämmstreifen und – falls vorhanden – Heizrohren wird der Estrich in der geplanten Dicke (typisch 6 bis 8 cm bei Zement, dünner bei Fliessestrich) eingebracht und abgezogen. Danach folgt die entscheidende Trocknungs- bzw. Aushärtephase. Als grobe Faustregel gilt bei Zementestrich rund eine Woche pro Zentimeter Dicke, bei Fliessestrich deutlich schneller. Erst wenn die Restfeuchte tief genug ist, darf der Belag verlegt werden – sonst drohen später Schäden.
Estrich ist bei jedem Neubau und bei grösseren Renovationen mit neuem Bodenaufbau nötig. Bei reinen Belagswechseln reicht oft ein Ausgleich oder eine dünne Spachtelschicht statt eines kompletten neuen Estrichs.
Die Kosten für Fliessestrich liegen in der Schweiz meist bei rund CHF 30 bis 50 pro m² (ca. 4,5 cm), für einen kompletten Unterlagsboden inklusive Dämmung und Einbau eher bei CHF 50 bis 100 pro m² je nach Aufbau und Dicke (Richtwerte, ohne Gewähr).