Der Nothelferkurs (offiziell «Nothilfekurs») umfasst in der Regel 10 Lektionen zu 45 Minuten, also rund 10 Stunden, die meist auf zwei Abende oder einen ganzen Tag verteilt sind. Inhaltlich geht es um das richtige Verhalten am Unfallort: Absichern der Unfallstelle, Alarmierung (Notrufnummer 144), Beurteilung von Verletzten, stabile Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) und der Umgang mit dem Defibrillator (AED). Der Kurs ist praxisorientiert, es wird an Übungspuppen geübt.
Der Ablauf ist einfach: Sie melden sich bei einem anerkannten Kursanbieter an (Samariterverein, Rettungsorganisationen, Fahrschulen mit Kooperation, SLRG u. a.), besuchen den Kurs vollständig und erhalten am Ende einen Ausweis oder ein Zertifikat. Eine Prüfung im klassischen Sinn gibt es nicht; verlangt wird die vollständige und aktive Teilnahme.
Der Nothelferausweis ist ab Kursdatum sechs Jahre gültig. Wichtig: Das Zertifikat muss bei der Anmeldung zur Theorieprüfung beziehungsweise beim Antrag auf den Lernfahrausweis noch gültig sein. Wer den Kurs also mit 15 macht und erst mit 22 den Ausweis beantragt, muss ihn unter Umständen wiederholen. Für Auto (Kat. B) und Motorrad (Kat. A/A1) gilt dieselbe Nothelfer-Pflicht.
Empfehlenswert ist, den Kurs relativ früh in der Ausbildungsplanung zu absolvieren, da er Voraussetzung für alle weiteren Schritte ist. Achten Sie auf einen vom Kanton anerkannten Anbieter und darauf, dass genügend praktische Übungszeit eingeplant ist. Als preislicher Richtwert gelten in der Schweiz rund CHF 100 bis 150 für den Kurs (ohne Gewähr, je nach Region und Anbieter).
Für Personen mit einer älteren Erste-Hilfe-Ausbildung (z. B. aus dem Beruf im Gesundheitswesen) kann in gewissen Fällen eine gleichwertige Bescheinigung anerkannt werden – das ist aber vorgängig mit dem Strassenverkehrsamt abzuklären.