Bildschirme, Smartphones und moderne LED-Beleuchtung geben einen erhöhten Anteil an blauem Licht ab. Ein Blaulichtfilter wird entweder als spezielle Entspiegelungsschicht auf das Glas aufgebracht oder ist leicht in die Glasmasse eingefärbt. Er reduziert vor allem den energiereichen, kurzwelligen Blauanteil (HEV-Licht), während das übrige Farbspektrum weitgehend erhalten bleibt. Ziel ist ein ruhigeres, kontrastreicheres Bild und weniger Blendung – nicht das vollständige Ausblenden von Blau, das wäre weder möglich noch sinnvoll.
Profitieren können vor allem Menschen, die viele Stunden am Monitor verbringen und über müde, brennende Augen oder Blendempfindlichkeit klagen. Die Gläser gibt es mit Sehstärke (auch als Gleitsicht) oder als reine Komfortbrille ohne Korrektur. Zu beachten ist: Die wissenschaftliche Evidenz für einen medizinischen Nutzen (etwa besserer Schlaf oder Schutz der Netzhaut) ist begrenzt; grössere Übersichtsarbeiten fanden keinen klaren Beleg. Ein subjektiver Komfortgewinn ist bei empfindlichen Personen dennoch möglich.
Mindestens ebenso wichtig für entspanntes Sehen am Bildschirm sind gute Arbeitsbedingungen: ausreichend Abstand, richtige Beleuchtung, regelmässige Pausen (z.B. die 20-20-20-Regel) und – bei Bedarf – eine korrekt angepasste Bildschirm- oder Arbeitsplatzbrille. Wer trotz neuer Brille anhaltende Beschwerden hat, sollte die Sehwerte und die Augengesundheit prüfen lassen.
Der Blaulichtfilter kostet in der Schweiz meist als Aufpreis auf die Entspiegelung – Richtwert etwa CHF 50–120 pro Glas bzw. Brille, je nach Anbieter und Glastyp (ohne Gewähr). Reine Komfortbrillen ohne Sehstärke sind teils günstiger. Die Grundversicherung übernimmt solche Brillen bei Erwachsenen nicht.