Beim Cover-up überdeckt die Tätowiererin oder der Tätowierer ein altes Motiv mit einem neuen. Weil Tattoofarbe in der Haut nicht einfach übermalt werden kann wie auf Papier, muss das neue Design das alte optisch schlucken. Das gelingt vor allem mit dunkleren, deckenden Farben, dichten Schattierungen und einem grösseren Motiv, das die alten Linien in Struktur und Verlauf integriert. Helle Pastelltöne oder feine Linien reichen fast nie, um dunkle Altlinien zu verdecken.
Der Ablauf beginnt mit einer Beratung, in der das alte Tattoo begutachtet wird: Wie dunkel, wie gross, wie alt und verblasst ist es? Oft empfiehlt die Fachperson vorab ein bis mehrere Sitzungen Laserentfernung, um das alte Motiv aufzuhellen – das erweitert die gestalterischen Möglichkeiten deutlich. Danach wird ein individuelles Design entworfen, das zur Körperstelle und zum Altmotiv passt. Je nach Grösse und Deckung sind eine oder mehrere Sitzungen von je mehreren Stunden nötig.
Ein Cover-up eignet sich für alle, die ein Jugendtattoo, einen verblassten oder unsauber gestochenen Entwurf oder einen Namen loswerden möchten, aber lieber ein schönes neues Tattoo tragen als eine komplette Laserentfernung. Realistisch ist: Das neue Motiv ist meist grösser und dunkler als gewünscht, und sehr dunkle oder grossflächige Alttattoos lassen sich nur begrenzt kaschieren. Ehrliche Beratung und Erfahrung der Fachperson sind hier entscheidend.
In der Schweiz wird meist nach Stundensatz abgerechnet, üblich sind CHF 120 bis 200 pro Stunde, kleinere Studios teils günstiger (ohne Gewähr). Ein Cover-up ist wegen des Mehraufwands selten unter CHF 300, grössere Arbeiten kosten schnell CHF 800 und mehr. Vorherige Laserbehandlungen zur Aufhellung kosten pro Sitzung zusätzlich rund CHF 80 bis 200.