«Hatha» bezeichnet ursprünglich den Oberbegriff für alle körperorientierten Yogaformen; im modernen Studiokontext meint Hatha Yoga meist einen ruhigen Stil mit langsamem Tempo. Im Zentrum stehen einzelne Asanas, die man mehrere Atemzüge lang hält, um Kraft, Beweglichkeit und Körperwahrnehmung zu schulen. Statt fliessender Abfolgen wie im Vinyasa liegt der Fokus auf präziser Ausrichtung, ruhiger Atmung und dem bewussten Verweilen in der Haltung.
Eine Hatha-Stunde beginnt oft mit Atem- und Zentrierungsübungen, führt über sanfte Aufwärmbewegungen zu Steh-, Sitz- und Bodenhaltungen und endet mit der Tiefenentspannung (Savasana). Weil die Haltungen einzeln erklärt und gehalten werden, bleibt viel Zeit, die korrekte Ausführung zu verstehen – deshalb eignet sich Hatha besonders zum Erlernen der Grundlagen. Der ruhige Rhythmus wirkt zudem stressreduzierend und ausgleichend.
Eine Klasse dauert meist 60 bis 90 Minuten. Regelmässiges Üben verbessert Beweglichkeit, Haltung und Gleichgewicht, kräftigt die Tiefenmuskulatur und kann Verspannungen sowie Stress abbauen. Der körperliche Anspruch ist moderater als bei dynamischen Stilen, was Hatha für ein breites Publikum öffnet.
Hatha Yoga eignet sich für Anfänger, für ältere Menschen, für Personen mit Verspannungen oder Rückenbeschwerden sowie für alle, die einen ruhigen Ausgleich suchen. Da Haltungen einzeln und länger gehalten werden, lassen sie sich gut an das eigene Niveau anpassen. Bei gesundheitlichen Einschränkungen sollte man die Lehrperson informieren, damit sie Alternativen anbietet.
Preislich liegt Hatha auf dem Niveau anderer Yogaklassen: In der Schweiz kostet ein Drop-in meist CHF 25 bis 35, ein 10er-Abo rund CHF 250 bis 350, ein unlimitiertes Monatsabo etwa CHF 150 bis 250 (ohne Gewähr). Volkshochschulen und Gemeinden bieten Hatha-Kurse teils günstiger als Kursreihe an.