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Keratin-Glättung

Die Keratin-Glättung ist eine semi-permanente Haarbehandlung, bei der flüssiges Keratin ins Haar eingearbeitet und mit einem heissen Glätteisen versiegelt wird, um Frizz zu reduzieren, das Haar zu glätten und ihm Glanz zu verleihen. Anders als eine chemische Dauerglättung verändert sie die Haarstruktur nicht dauerhaft, sondern hält je nach Formel und Pflege rund zwei bis fünf Monate.

Bei der Keratin-Glättung (oft auch als «Keratin-Behandlung» oder unter Markennamen wie «Brazilian Blowout» bekannt) wird ein keratinhaltiges Produkt auf das Haar aufgetragen. Keratin ist das Struktur-Protein, aus dem unser Haar natürlicherweise aufgebaut ist. Das Produkt legt sich um die Haarfaser, glättet die aufgeraute Schuppenschicht (Cuticula) und wird anschliessend mit Hitze im Haar «eingebrannt». Das Ergebnis ist Haar, das weicher, glänzender, deutlich weniger kraus und schneller zu stylen ist. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich nicht um eine echte Dauerglättung, die glattes Haar für immer erzeugt, sondern um eine glättende, frizzreduzierende Pflegebehandlung, die mit jeder Wäsche langsam auswäscht.

Der Ablauf im Salon dauert je nach Haarlänge und -dichte meist zwischen 1,5 und 3 Stunden. Zuerst wird das Haar mit einem klärenden Shampoo (Clarifying Shampoo) gewaschen, um Rückstände zu entfernen und die Schuppenschicht zu öffnen. Danach trägt die Coiffeuse oder der Coiffeur das Keratin-Produkt Strähne für Strähne auf, lässt es kurz einwirken und föhnt das Haar an. Der entscheidende Schritt ist das Versiegeln mit dem Glätteisen: In vielen dünnen Partien wird bei hoher Temperatur (je nach Formel rund 200-230 °C) über das Haar gefahren, damit sich das Keratin fest verbindet. Manche Systeme verlangen, dass das Haar danach ein bis drei Tage nicht gewaschen oder zusammengebunden wird, neuere Formeln erlauben das sofortige Waschen.

Geeignet ist die Behandlung vor allem für krauses, welliges, lockiges, dickes oder störrisches Haar, das schwer zu bändigen ist, sowie für Haar, das durch Föhnhitze und Umwelt strapaziert wirkt. Feines, bereits sehr glattes Haar profitiert weniger und kann durch das Gewicht des Produkts platt wirken. Sehr stark gelocktes oder afrotexturiertes Haar wird nicht schnurgerade, aber deutlich definierter, weicher und leichter zu handhaben. Ein Thema, das man ansprechen sollte, ist Formaldehyd: Klassische Keratin-Formeln setzten beim Erhitzen Formaldehyd frei. In der Schweiz und der EU sind die zulässigen Mengen streng reglementiert; für zu Hause und für Schwangere empfehlen sich ausdrücklich formaldehydfreie Produkte, nach denen man im Salon gezielt fragen sollte.

Die Haltbarkeit liegt typischerweise bei zwei bis fünf Monaten und hängt stark von der Pflege ab. Um das Ergebnis zu verlängern, sollte man ein sulfatfreies und salzfreies (natriumchloridfreies) Shampoo verwenden, das Haar nicht zu häufig waschen, Chlor- und Salzwasser meiden und einen Hitzeschutz benutzen. Die Behandlung wächst gleichmässig aus, ohne harte Ansatzkante, weshalb sie sich unauffälliger auswächst als eine chemische Glättung. Sie lässt sich zudem mit einer Coloration kombinieren, wobei das Färben idealerweise vor oder mit Abstand zur Keratin-Behandlung erfolgt.

Als grober Schweizer Preis-Richtwert (ohne Gewähr, stark abhängig von Haarlänge, Salon und Region) bewegt sich eine Keratin-Glättung etwa zwischen CHF 150 und CHF 400, bei sehr langem oder dichtem Haar auch darüber. Da die Preise je nach Betrieb deutlich variieren, lohnt sich ein Vergleich der Coiffeur-Angebote in deiner Stadt, bevor du einen Termin buchst.

Beispiel

Eine Kundin mit schulterlangem, von Natur aus krausem und welligem Haar verbringt jeden Morgen 20 Minuten mit dem Glätteisen, und bei Feuchtigkeit kräuselt sich das Haar trotzdem wieder. Sie entscheidet sich für eine formaldehydfreie Keratin-Glättung: Nach der rund zweistündigen Behandlung liegt ihr Haar spürbar glatter und glänzender, der morgendliche Föhn-Aufwand sinkt auf wenige Minuten, und das Ergebnis hält gut drei Monate, bis es langsam und ohne harte Ansatzkante auswächst.

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Häufige Fragen

Wie lange hält eine Keratin-Glättung?

In der Regel zwei bis fünf Monate. Die genaue Haltbarkeit hängt vom verwendeten Produkt, deiner Haarstruktur und vor allem der Pflege ab. Mit einem sulfat- und salzfreien Shampoo, seltenerem Waschen sowie dem Meiden von Chlor- und Salzwasser hält das Ergebnis länger. Die Behandlung wächst gleichmässig aus, ohne sichtbare Ansatzkante.

Ist eine Keratin-Glättung schädlich für das Haar?

Die Glättung selbst pflegt das Haar tendenziell, da Keratin ein körpereigenes Protein ist und die Schuppenschicht glättet. Kritisch war historisch das Formaldehyd, das manche Formeln beim Erhitzen freisetzten. In der Schweiz und der EU sind die zulässigen Mengen reglementiert; frage im Salon gezielt nach einer formaldehydfreien Formel, besonders in der Schwangerschaft. Die hohe Hitze des Glätteisens kann das Haar zusätzlich belasten, weshalb professionelle Anwendung wichtig ist.

Was kostet eine Keratin-Glättung in der Schweiz?

Als grober Richtwert liegen die Preise etwa zwischen CHF 150 und CHF 400, bei sehr langem oder dichtem Haar auch darüber (ohne Gewähr). Der Preis hängt stark von Haarlänge, Aufwand, Produktsystem und Salon ab. Da die Unterschiede gross sind, lohnt sich ein Preisvergleich der Coiffeur-Angebote in deiner Stadt vor der Buchung.

Was ist der Unterschied zwischen Keratin-Glättung und Dauerglättung?

Eine Keratin-Glättung ist semi-permanent: Sie umhüllt und pflegt das Haar, reduziert Frizz und wäscht nach einigen Monaten aus. Eine chemische Dauerglättung (etwa mit Thioglykolat oder die japanische Thermal-Glättung) verändert die Haarstruktur dauerhaft und macht das Haar schnurgerade – der behandelte Teil bleibt für immer glatt, und es entsteht mit dem Nachwachsen eine sichtbare Ansatzkante. Die Keratin-Behandlung ist sanfter und unauffälliger im Auswachsen, glättet aber weniger radikal.

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