Kontaktlinsen liegen direkt auf dem Tränenfilm des Auges – deshalb reichen die Brillenwerte allein nicht aus. Bei der Anpassung misst der Optometrist oder Augenoptiker die Hornhautkrümmung (Keratometrie), beurteilt die Tränenmenge und -qualität und wählt Material, Durchmesser und Radius der Linse passend aus. Zur Auswahl stehen weiche Linsen (Tages-, Monats- oder Jahreslinsen) und formstabile (harte) Linsen, dazu Speziallinsen für Hornhautverkrümmung (torisch), Alterssichtigkeit (multifokal) oder unregelmässige Hornhäute.
Der Ablauf umfasst mehrere Schritte: Erstgespräch und Messung, Aufsetzen einer Testlinse, Beurteilung des Sitzes an der Spaltlampe nach einer Tragezeit, sowie eine Einweisung in Handhabung, Ein- und Aussetzen und Hygiene. Meist folgt nach einigen Tagen bis Wochen eine Nachkontrolle, bei der Sitz, Sehschärfe und Verträglichkeit überprüft werden. Erst danach gilt die Anpassung als abgeschlossen.
Eine saubere Anpassung ist wichtig, weil schlecht sitzende oder falsch gepflegte Linsen zu roten Augen, Trockenheit, Ablagerungen und im schlimmsten Fall zu Hornhautentzündungen führen können. Deshalb gehören eine regelmässige Nachkontrolle (meist jährlich) und das Einhalten der Tragedauer und Hygieneregeln fest dazu. Wer die Linsen zu lange trägt oder in Wasser/mit Speichel reinigt, riskiert Infektionen.
Die Erstanpassung kostet in der Schweiz je nach Linsentyp und Aufwand etwa CHF 80–200; Speziallinsen (torisch, multifokal, formstabil) liegen höher (Richtwerte, ohne Gewähr). Die Linsen und Pflegemittel kommen laufend dazu – Tageslinsen sind pro Jahr oft teurer als Monatslinsen. Die Grundversicherung übernimmt Kontaktlinsen bei Erwachsenen in der Regel nicht, ausser bei bestimmten medizinischen Indikationen.