Bei der Manuellen Therapie kombiniert die Fachperson passive Techniken wie Mobilisation, Traktion (sanftes Ziehen am Gelenk) und Weichteiltechniken mit aktiven Übungen. Zuerst wird der Bewegungsapparat genau befundet: Wo ist die Beweglichkeit eingeschränkt, welches Gelenk «hakt», wo sitzt der Schmerz? Aus diesem Befund leitet die Therapeutin gezielte Handgriffe ab, die das Gelenk schonend in seiner natürlichen Bahn bewegen und umliegendes Gewebe lösen. Im Unterschied zur Chiropraktik wird meist ohne ruckartige, hörbare Manipulationen gearbeitet, sondern mit dosierten, kontrollierten Bewegungen.
Eine typische Sitzung dauert 25 bis 45 Minuten. Nach der Behandlung folgen oft Heimübungen, denn Manuelle Therapie wirkt am besten in Kombination mit aktiver Bewegung. Häufige Anwendungsgebiete sind Nacken- und Rückenschmerzen, eingeschränkte Schulter (etwa «Frozen Shoulder»), Hüft- und Knieprobleme, Kiefergelenksbeschwerden sowie die Nachbehandlung nach Operationen oder Sportverletzungen.
Manuelle Therapie ist eine anerkannte physiotherapeutische Zusatzqualifikation. In der Schweiz benötigt die Therapeutin dafür eine entsprechende Weiterbildung. Mit ärztlicher Verordnung wird Physiotherapie inklusive manueller Techniken von der Grundversicherung übernommen (in der Regel neun Sitzungen pro Verordnung). Ohne Verordnung, als Selbstzahler, liegt der Richtwert bei rund CHF 90 bis 130 pro Sitzung (ohne Gewähr).
Worauf achten? Manuelle Therapie sollte nach einer sorgfältigen Abklärung erfolgen, denn bei akuten Entzündungen, frischen Frakturen oder bestimmten Vorerkrankungen sind manche Techniken nicht geeignet. Eine gute Therapeutin erklärt jeden Handgriff und passt die Intensität an Ihre Reaktion an.