Beim Versiegeln von Parkett gibt es grundsätzlich zwei Systeme: die Lackversiegelung und die Ölung (Öl-Wachs). Eine Lackversiegelung legt einen geschlossenen, filmbildenden Schutz über das Holz. Sie ist sehr widerstandsfähig, pflegeleicht und wasserabweisend, muss aber bei Abnutzung ganzflächig abgeschliffen und neu aufgetragen werden. Eine Ölung dringt ins Holz ein, betont die natürliche Maserung und lässt sich partiell nachbehandeln, ist dafür aber pflegeintensiver und empfindlicher gegen Nässe.
Der Ablauf beginnt fast immer mit dem Schleifen: Das Parkett wird in mehreren Durchgängen mit immer feinerer Körnung plangeschliffen, um alte Beschichtung, Kratzer und Unebenheiten zu entfernen. Danach wird der Boden entstaubt, bei Bedarf gekittet und – je nach System – grundiert. Anschliessend werden zwei bis drei Schichten Lack oder Öl aufgetragen, mit Zwischentrocknung und oft einem leichten Zwischenschliff für ein glattes Finish.
Die gesamte Behandlung dauert für einen durchschnittlichen Raum meist zwei bis vier Tage, vor allem wegen der Trocknungs- und Aushärtezeiten. Der Boden ist nach dem letzten Anstrich zwar begehbar, die volle Belastbarkeit (Möbel, Teppiche) erreicht die Versiegelung aber erst nach mehreren Tagen bis zu zwei Wochen.
Versiegeln ist sinnvoll bei neu verlegtem, unbehandeltem Parkett sowie bei älteren Böden, deren Oberfläche stumpf, verkratzt oder abgenutzt ist. Ein gepflegtes Massivparkett kann mehrmals abgeschliffen und neu versiegelt werden – das macht es besonders langlebig.
Für das Abschleifen und Neuversiegeln rechnet man in der Schweiz meist mit rund CHF 40 bis 70 pro m² inklusive Material, je nach Zustand, Holzart und Anzahl Schichten. Kleine Flächen oder aufwändige Vorarbeiten liegen höher (Richtwerte, ohne Gewähr).