Der Rohbau umfasst alle Arbeiten, die das grundlegende Tragwerk eines Gebäudes erstellen. Dazu gehören der Aushub und die Fundamente, die Bodenplatte, die tragenden Wände (in Mauerwerk oder Beton), die Geschossdecken, das Treppenhaus sowie der Dachstuhl. Man unterscheidet den «geschlossenen Rohbau», bei dem zusätzlich Fenster, Aussentüren und die Dachdeckung eingebaut sind, sodass das Gebäude gegen Wind und Wetter dicht ist. Erst danach beginnt der Innenausbau mit Elektro, Sanitär, Heizung, Verputz, Böden und Malerarbeiten.
Der Ablauf folgt einer klaren Reihenfolge: Nach dem Aushub werden die Fundamente und die Bodenplatte erstellt, dann wachsen die Wände Geschoss für Geschoss, gefolgt von den Decken und schliesslich dem Dach. Für ein Einfamilienhaus dauert der Rohbau je nach Bauweise und Witterung typischerweise etwa zwei bis vier Monate. Ausgeführt wird er von Bauunternehmen mit Maurern, Betonbauern und Zimmerleuten, koordiniert durch den Bauleiter oder Architekten.
Relevant ist der Begriff für Bauherren, die neu bauen oder umfassend umbauen, sowie beim Kauf einer Immobilie im Rohbauzustand. Ein sauber ausgeführter Rohbau ist entscheidend für die Statik, die Wärmedämmung und die spätere Trockenheit des Gebäudes – Fehler in dieser Phase lassen sich später nur teuer korrigieren.
Der Rohbau macht grob 40 bis 50 Prozent der gesamten Baukosten aus, wobei der genaue Anteil stark von Bauweise, Ausbaustandard und Region abhängt. Belastbare Quadratmeter- oder Kubikmeterpreise lassen sich seriös nur projektbezogen nennen, weshalb hier bewusst auf einen pauschalen Richtwert verzichtet wird – verlangen Sie eine detaillierte Offerte nach Baubeschrieb.
Achten Sie auf einen klaren Baubeschrieb, definierte Schnittstellen zwischen den Gewerken und eine saubere Bauabnahme des Rohbaus, bevor der Innenausbau startet. Feuchtigkeit im Mauerwerk muss vor dem Verputzen ausreichend ausgetrocknet sein.