Verstopfungen entstehen fast immer durch Ablagerungen, die sich mit der Zeit im Rohr aufbauen. Im Bad sind es meist Haare, Seifenreste und Kalk, in der Küche Fett und Speisereste, die im Rohr erstarren, und im WC unlösliche Dinge wie Feuchttücher oder Hygieneartikel, die nicht in die Kanalisation gehören. Draussen können Wurzeln in undichte Leitungen einwachsen. Anfangs fliesst das Wasser nur zäh ab, bis das Rohr schliesslich ganz dicht ist.
Einfache Verstopfungen im Siphon lassen sich oft mit einer Saugglocke (Pümpel) oder durch Reinigen des Geruchsverschlusses lösen. Chemische Rohrreiniger sind mit Vorsicht zu geniessen: Sie greifen Dichtungen und Rohre an und helfen bei festen Pfropfen kaum. Sitzt die Verstopfung tiefer, kommt der Fachbetrieb mit professionellem Werkzeug – von der elektrischen Rohrreinigungsspirale, die den Pfropfen mechanisch aufbricht, bis zur Hochdruckspülung, die das Rohr mit Wasserdruck freispült.
Bei wiederkehrenden oder hartnäckigen Verstopfungen führt der Sanitär eine Kanalkamera-Inspektion durch. Sie zeigt, wo genau die Ursache liegt – etwa ein Rohrversatz, eingewachsene Wurzeln oder eine Fettschicht – und ob eine dauerhafte Sanierung nötig ist. So wird nicht blind gearbeitet, sondern gezielt die Ursache behoben.
Eine einfache Verstopfung an einem gut zugänglichen Abfluss ist oft in unter einer Stunde gelöst. Als Richtwert liegen die Kosten für eine einfache mechanische Rohrreinigung bei etwa 150 bis 350 CHF, während Hochdruckspülung mit Kamerainspektion je nach Aufwand 300 bis 800 CHF und mehr kosten kann (Preise ohne Gewähr). Notfalleinsätze ausserhalb der Geschäftszeiten haben einen Zuschlag.
Worauf zu achten ist: kein Fett und keine Feuchttücher in den Abfluss geben, Haarsiebe in Dusche und Lavabo verwenden und Abläufe gelegentlich mit heissem Wasser durchspülen. Wer eine beginnende Verstopfung früh angeht, verhindert, dass sich der Pfropfen zum vollständigen Verschluss auswächst und im schlimmsten Fall Abwasser zurückstaut.