Silikonfugen sind sogenannte Bewegungs- oder Anschlussfugen. Anders als starrer Fugenmörtel zwischen Fliesen bleibt Silikon dauerhaft elastisch und fängt das leichte Arbeiten von Wanne, Duschtasse oder Möbeln auf. Genau deshalb werden Eckfugen und Anschlüsse an Sanitärobjekten immer mit Silikon und nicht mit Zementfuge ausgeführt. Im Bad wird meist Sanitärsilikon mit Fungizid verwendet, das die Schimmelbildung hemmt.
Die Fuge ist ein Verschleissteil. Mit der Zeit wird sie durch Feuchtigkeit, Reinigungsmittel und Temperaturwechsel spröde, löst sich an den Rändern oder verfärbt sich schwarz durch Schimmel im Material. Dann dichtet sie nicht mehr zuverlässig ab, und Wasser kann hinter Wanne oder Fliesen laufen – ein häufiger, aber gut vermeidbarer Grund für Feuchteschäden. Als Faustregel hält eine Sanitärsilikonfuge rund fünf bis zehn Jahre, bevor sie erneuert werden sollte.
Der Ablauf beim Erneuern: Die alte Fuge wird mit einem Fugenmesser oder Silikonentferner vollständig herausgeschnitten, die Flanken werden gereinigt, entfettet und getrocknet. Danach klebt der Handwerker die Ränder mit Malerband ab, spritzt frisches Silikon gleichmässig ein, zieht die Fuge mit einem Glätter sauber ab und zieht das Band sofort ab. Nach dem Aushärten – meist etwa 24 Stunden – ist die Fuge wieder voll belastbar.
Eine einzelne Fuge zu erneuern dauert je nach Länge und Zustand rund eine halbe bis eine Stunde. Als Richtwert liegen die Kosten für das Neuverfugen einer Dusche oder Badewanne bei etwa 150 bis 400 CHF, abhängig von Anfahrtspauschale, Fugenlänge und dem Aufwand für das Entfernen der alten Fuge (Preise ohne Gewähr). Viele Betriebe verrechnen einen Stundenansatz von rund 90 bis 130 CHF plus Material.
Worauf zu achten ist: die Flanken müssen sauber und fettfrei sein, sonst hält das Silikon nicht. Alte Fuge nie einfach übermalen – neues Silikon haftet nicht auf altem. Im Bad immer fungizides Sanitärsilikon verwenden und die Fuge nach dem Duschen gelegentlich trocken wischen, damit sich kein Schimmel festsetzt.