CityHero

Grundpflege vs. Behandlungspflege

Grundpflege umfasst die Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen wie Körperpflege, Ankleiden, Essen und Mobilität, während Behandlungspflege die medizinisch verordneten Massnahmen wie Wundversorgung, Medikamentengabe oder Injektionen bezeichnet. Kurz: Grundpflege unterstützt den Alltag, Behandlungspflege setzt ärztliche Anordnungen um.

Grundpflege und Behandlungspflege sind die zwei zentralen Säulen der Pflege zu Hause, die in der Schweiz meist von der Spitex oder von privaten Pflegediensten erbracht werden. Grundpflege deckt die täglichen Bedürfnisse ab: Waschen und Duschen, Hilfe beim An- und Ausziehen, Unterstützung beim Essen, Lagern und Bewegen sowie beim Toilettengang. Behandlungspflege dagegen umfasst medizinische Tätigkeiten, die eine Ärztin oder ein Arzt verordnet – etwa das Richten und Verabreichen von Medikamenten, Verbandwechsel, Injektionen, Blutzuckermessungen oder das Anlegen von Kompressionsstrümpfen.\n\nDer Ablauf beginnt in der Regel mit einer ärztlichen Verordnung und einer Bedarfsabklärung durch die Pflegefachperson. Daraus entsteht ein individueller Pflegeplan, der beide Bereiche kombinieren kann. Die Leistungen der Krankenpflege zu Hause werden bei entsprechender Verordnung über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) mitfinanziert; für Betreuung und Hauswirtschaft gelten andere Regeln.\n\nGebraucht werden beide Pflegeformen typischerweise nach einem Spitalaufenthalt, bei chronischen Erkrankungen, im Alter oder in der Palliativsituation. Oft laufen sie parallel.\n\nAchten Sie bei der Auswahl auf qualifiziertes Fachpersonal (dipl. Pflegefachpersonen für Behandlungspflege), eine klare Verordnung, transparente Kostenaufteilung und gute Erreichbarkeit. Ein häufiger Fehler ist, Grundpflege und Betreuung zu verwechseln – und dadurch die Kostenübernahme falsch einzuschätzen.

Beispiel

Eine 82-jährige Frau in Winterthur kommt nach einer Hüftoperation nach Hause. Die Spitex übernimmt morgens die Grundpflege – Hilfe beim Duschen, Ankleiden und beim sicheren Aufstehen – und zusätzlich die Behandlungspflege mit täglichem Verbandwechsel der Operationswunde und dem Richten der blutverdünnenden Medikamente. Nach einigen Wochen entfällt die Behandlungspflege, die Grundpflege wird schrittweise reduziert, bis sie wieder selbständig ist.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Grundpflege und Behandlungspflege?

Grundpflege unterstützt bei alltäglichen Verrichtungen wie Körperpflege, Ankleiden, Essen und Mobilität. Behandlungspflege umfasst medizinische, ärztlich verordnete Massnahmen wie Wundversorgung, Injektionen oder Medikamentengabe. Beide können gleichzeitig Teil eines Pflegeplans sein.

Wer bezahlt Grundpflege und Behandlungspflege in der Schweiz?

Bei ärztlicher Verordnung werden die Leistungen der Krankenpflege zu Hause über die obligatorische Grundversicherung mitfinanziert; hinzu kommt in der Regel ein kantonal geregelter Eigenanteil. Reine Betreuung und Hauswirtschaft sind meist nicht durch die Grundversicherung gedeckt. Die genauen Kosten hängen von Verordnung, Umfang und Kanton ab.

Wer darf Behandlungspflege durchführen?

Behandlungspflege ist medizinische Pflege und wird von qualifizierten Pflegefachpersonen auf Basis einer ärztlichen Verordnung erbracht. Grundpflege kann teilweise auch von Pflegeassistenz oder Betreuungspersonal geleistet werden. Achten Sie bei anspruchsvollen Massnahmen auf entsprechend ausgebildetes Fachpersonal.

← Alle Begriffe im Glossar