Beim Bremsen presst der Bremssattel über einen Hydraulikkolben die Bremsbeläge beidseitig gegen die Bremsscheibe. Die entstehende Reibung wandelt Bewegungsenergie in Wärme um und verlangsamt das Fahrzeug. Dabei tragen sich die weicheren Beläge kontinuierlich ab, und auch die Scheibe wird über viele tausend Kilometer dünner und kann Riefen oder einen Grat bilden.
Typische Anzeichen für fällige Bremsen sind ein Quietschen oder metallisches Schleifen, ein Rubbeln oder Vibrieren beim Bremsen (oft verzogene Scheiben), ein längerer Bremsweg oder die Bremsverschleiss-Warnleuchte. Als Faustregel halten Bremsbeläge je nach Fahrweise rund 30'000 bis 60'000 km, Bremsscheiben oft etwa das Doppelte. Vielfahrer im Flachland verschleissen langsamer als jemand, der viel in den Bergen oder im Stadtverkehr bremst.
Beläge und Scheiben werden achsweise ersetzt (immer links und rechts zusammen), damit die Bremse gleichmässig arbeitet. Sind die Scheiben noch innerhalb der Mindestdicke, können manchmal nur die Beläge getauscht werden – meist lohnt es sich aber, Scheiben und Beläge gemeinsam zu erneuern. Der Wechsel pro Achse dauert rund 1 bis 2 Stunden, danach müssen neue Beläge sanft eingebremst werden.
Als Richtwert (ohne Gewähr): Der Ersatz von Belägen und Scheiben an einer Achse kostet inklusive Material und Arbeit rund CHF 400–800, an der Hinterachse mit elektrischer Feststellbremse etwas mehr. Nur Beläge zu wechseln ist günstiger (etwa CHF 200–400 pro Achse). Aus Sicherheitsgründen sollten Bremsen nie auf die lange Bank geschoben werden.