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Eingewachsener Zehennagel

Ein eingewachsener Zehennagel (Fachbegriff: Unguis incarnatus) entsteht, wenn eine Nagelkante seitlich in die umliegende Haut wächst und diese verletzt. Betroffen ist fast immer der grosse Zeh, es kommt zu Druck, Schmerzen und oft zu einer Entzündung des Nagelwalls.

Bei einem eingewachsenen Zehennagel bohrt sich eine scharfe Nagelecke in das seitliche Weichgewebe. Der Körper reagiert mit Rötung, Schwellung und Schmerz; im weiteren Verlauf können sich eine bakterielle Entzündung und sogenanntes «wildes Fleisch» (überschiessendes Granulationsgewebe) bilden. Typische Auslöser sind zu kurzes oder rundes Schneiden der Nägel, zu enge Schuhe, starkes Schwitzen, Verletzungen oder eine erblich bedingte Nagelform.

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. In leichten Fällen helfen Fussbäder, sorgfältige Fusspflege und das vorsichtige Anheben der Nagelkante, teils mit einer Tamponade oder einer Nagelspange, die den Nagel sanft aufrichtet. Bei wiederkehrenden oder stark entzündeten Fällen führt eine Ärztin oder ein Podologe einen kleinen Eingriff durch, bei dem der eingewachsene Nagelrand entfernt wird (Emmert-Plastik).

Fachliche Hilfe brauchen Sie, wenn Schmerzen, Eiter oder eine deutliche Schwellung auftreten, wenn der Zeh immer wieder betroffen ist oder wenn Sie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder eine Immunschwäche haben. In diesen Fällen ist Selbstbehandlung riskant.

Achten Sie bei der Wahl der Fachperson auf saubere, hygienische Arbeitsweise, eine klare Aufklärung über Ablauf und mögliche Nachbehandlung sowie auf eine ehrliche Kostenschätzung. Häufige Fehler sind das eigenmächtige Herausschneiden der Ecke und zu enge Schuhe nach der Behandlung.

Beispiel

Ein Läufer aus Winterthur bemerkt nach einem Halbmarathon, dass sein grosser Zeh am Rand gerötet, warm und druckempfindlich ist. Erst probiert er lauwarme Fussbäder und lockere Schuhe, doch nach einigen Tagen bildet sich Eiter. Er vereinbart einen Termin bei einer Podologin in seiner Nähe, die die Nagelkante fachgerecht behandelt und ihm zeigt, wie er die Nägel künftig gerade schneidet.

Häufige Fragen

Wann sollte ich mit einem eingewachsenen Zehennagel zur Fachperson?

Suchen Sie Hilfe, sobald Schmerzen, Eiter oder eine deutliche Schwellung auftreten oder der Zeh immer wieder betroffen ist. Besonders wichtig ist das bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder geschwächtem Immunsystem, weil hier schon kleine Wunden gefährlich werden können. Bis zum Termin helfen lauwarme Fussbäder und bequeme, weite Schuhe.

Kann ich einen eingewachsenen Nagel selbst behandeln?

Bei leichten Beschwerden ohne Entzündung dürfen Sie es mit Fussbädern und dem vorsichtigen Anheben der Nagelkante versuchen. Schneiden Sie die Ecke aber nicht selbst tief heraus, das verschlimmert das Problem oft. Bei Eiter, starken Schmerzen oder wiederkehrenden Fällen gehört die Behandlung in fachkundige Hände.

Was kostet die Behandlung eines eingewachsenen Nagels in der Schweiz?

Die Kosten hängen stark davon ab, ob eine einfache podologische Behandlung, eine Nagelspange oder ein kleiner ärztlicher Eingriff nötig ist. Ärztliche Eingriffe werden bei medizinischer Notwendigkeit meist über die Grundversicherung abgerechnet, rein kosmetische oder podologische Leistungen oft nicht. Lassen Sie sich vorab eine transparente Kostenschätzung geben.

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