Bei einem eingewachsenen Zehennagel bohrt sich eine scharfe Nagelecke in das seitliche Weichgewebe. Der Körper reagiert mit Rötung, Schwellung und Schmerz; im weiteren Verlauf können sich eine bakterielle Entzündung und sogenanntes «wildes Fleisch» (überschiessendes Granulationsgewebe) bilden. Typische Auslöser sind zu kurzes oder rundes Schneiden der Nägel, zu enge Schuhe, starkes Schwitzen, Verletzungen oder eine erblich bedingte Nagelform.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. In leichten Fällen helfen Fussbäder, sorgfältige Fusspflege und das vorsichtige Anheben der Nagelkante, teils mit einer Tamponade oder einer Nagelspange, die den Nagel sanft aufrichtet. Bei wiederkehrenden oder stark entzündeten Fällen führt eine Ärztin oder ein Podologe einen kleinen Eingriff durch, bei dem der eingewachsene Nagelrand entfernt wird (Emmert-Plastik).
Fachliche Hilfe brauchen Sie, wenn Schmerzen, Eiter oder eine deutliche Schwellung auftreten, wenn der Zeh immer wieder betroffen ist oder wenn Sie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder eine Immunschwäche haben. In diesen Fällen ist Selbstbehandlung riskant.
Achten Sie bei der Wahl der Fachperson auf saubere, hygienische Arbeitsweise, eine klare Aufklärung über Ablauf und mögliche Nachbehandlung sowie auf eine ehrliche Kostenschätzung. Häufige Fehler sind das eigenmächtige Herausschneiden der Ecke und zu enge Schuhe nach der Behandlung.