Rohrbruch – was tun? Die richtigen Sofortmassnahmen bei einem Wasserschaden
CityHero Redaktion · 4 Min. · Aktualisiert 13.08.2026
Bei einem Rohrbruch zählt jede Minute: Drehe zuerst den Haupthahn zu, damit kein weiteres Wasser nachläuft, schalte im betroffenen Bereich den Strom ab und wische stehendes Wasser auf. Erst danach rufst du bei laufendem oder starkem Wasseraustritt den Sanitär-Notdienst. Ein Rohrbruch entsteht oft plötzlich – durch Frost, Korrosion, Materialalterung oder einen geplatzten Schlauch an Waschmaschine oder Geschirrspüler. Wer die richtige Reihenfolge kennt, begrenzt den Schaden massiv und spart oft mehrere tausend Franken Folgekosten. In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, was du selbst sofort tun kannst, woran du erkennst, ob ein Notdienst nötig ist, mit welchen Kosten du rechnen musst und welche Versicherung in der Schweiz im Ernstfall zahlt.
Das Wichtigste in Kürze
- Zuerst Haupthahn zudrehen (im Uhrzeigersinn), dann Strom im betroffenen Bereich abschalten – Sicherheit vor Aufräumen.
- Notdienst rufen, wenn Wasser trotz zugedrehtem Hahn läuft, die Absperrung fehlt oder Wasser in andere Räume dringt.
- Sanitär-Notdienst kostet je nach Zeit und Aufwand typischerweise CHF 150–250+ pro Stunde plus Anfahrt (Angaben ohne Gewähr).
- Hausrat deckt bewegliches Eigentum, Gebäudeversicherung das Gebäude, Privathaftpflicht Schäden bei Dritten – Schaden früh melden und mit Fotos dokumentieren.
- Vorbeugen: alte Geräteschläuche tauschen, Aussenleitungen vor Frost entleeren, Haupthahn kennen und gängig halten.
Sofortmassnahmen: Diese Schritte in dieser Reihenfolge
Der wichtigste Handgriff ist der Haupthahn (Hauptabsperrung). Er sitzt meist im Keller, in der Nähe des Wasserzählers oder in Wohnungen im Bad- bzw. Küchenschrank. Drehe ihn im Uhrzeigersinn ganz zu – damit stoppt die gesamte Wasserzufuhr. Bei einem lokalen Leck (z. B. unter dem Lavabo oder an der Toilette) reicht oft das kleinere Eckventil direkt am Gerät. Tipp: Finde den Haupthahn heraus, bevor der Notfall eintritt, und halte ihn gängig.
Danach geht Sicherheit vor: Schalte im betroffenen Raum die Sicherung heraus, wenn Wasser in die Nähe von Steckdosen, Verteilern oder elektrischen Geräten läuft. Wasser und Strom sind eine gefährliche Kombination. Erst wenn der Bereich stromlos ist, entfernst du stehendes Wasser mit Lappen, Eimer und Nass-Sauger und rettest Möbel, Teppiche und Dokumente aus der Nässe.
Dokumentiere den Schaden mit Fotos und Videos, bevor du gross aufräumst – das brauchst du später für die Versicherung. Öffne Fenster zum Lüften und, falls du kannst, entlaste das defekte Rohr durch Öffnen eines tiefer gelegenen Wasserhahns, damit die Restleitung leerläuft.
Wann du den Sanitär-Notdienst rufen musst
Rufe sofort einen Notdienst, wenn nach dem Zudrehen des Haupthahns weiterhin Wasser austritt, wenn du die Absperrung nicht findest oder sie sich nicht schliessen lässt, oder wenn Wasser durch Decke und Wände in andere Räume oder in die Nachbarwohnung dringt. Auch bei Verdacht auf ein Rohr in der Wand oder im Boden – erkennbar an feuchten Flecken, Blasen im Verputz oder unerklärlich hohem Wasserverbrauch – gehört ein Fachbetrieb her.
Wohnst du zur Miete, informiere zusätzlich umgehend die Verwaltung oder den Hauswart – bei einem Rohrbruch am Gebäude beauftragt in der Regel der Eigentümer den Handwerker. Handle trotzdem selbst bei den Sofortmassnahmen: Deine Schadenminderungspflicht gilt unabhängig davon, wer am Ende zahlt.
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Was kostet ein Sanitär-Notdienst?
Ein regulärer Sanitär-Einsatz kostet in der Schweiz typischerweise CHF 90–150 pro Stunde zuzüglich Anfahrt und Material. Für den Notdienst ausserhalb der normalen Arbeitszeiten – abends, nachts, am Wochenende oder an Feiertagen – kommen meist deutliche Zuschläge dazu; die Stundenansätze liegen dann je nach Betrieb und Kanton oft bei CHF 150–250 oder mehr, teils mit einer Mindestpauschale für den Ausrücker.
Die Gesamtkosten hängen stark davon ab, ob nur ein Ventil oder Schlauch getauscht wird oder ob eine Wand geöffnet, ein Rohr ersetzt und anschliessend die Trocknung organisiert werden muss. Angaben ohne Gewähr – die tatsächlichen Preise variieren je nach Betrieb, Region und Aufwand. Lass dir wenn möglich vorab die Grössenordnung und den Notfallzuschlag bestätigen.
Ein sinnvoller Zwischenschritt: Nicht jeder Wasseraustritt ist ein Mitternacht-Notfall. Kannst du das Wasser über den Haupthahn oder ein Eckventil sicher abstellen und ist kein Folgeschaden im Gang, ist ein Termin am nächsten Werktag oft die günstigere Lösung. Vergleiche Sanitär-Betriebe in Ruhe und frage direkt an, statt panisch die erstbeste Notdienst-Hotline zu wählen.
Versicherung: Wer zahlt beim Wasserschaden?
In der Schweiz greifen bei einem Wasserschaden meist zwei Versicherungen. Deine Hausratversicherung mit der Zusatzdeckung «Wasser» kommt für beschädigtes bewegliches Eigentum auf – also Möbel, Elektrogeräte, Kleidung oder Böden, die dir gehören. Die Gebäudeversicherung (je nach Kanton kantonal/obligatorisch oder privat) deckt Schäden am Gebäude selbst, etwa an fest verbauten Leitungen, Wänden und Böden.
Wichtig ist die Ursache: Versichert sind in der Regel plötzliche, unvorhergesehene Ereignisse wie ein geplatztes Rohr. Schäden durch vernachlässigten Unterhalt, langsam sickernde Feuchtigkeit oder grobe Fahrlässigkeit können gekürzt oder abgelehnt werden. Hast du den Schaden bei jemand anderem verursacht – etwa Wasser in die Wohnung darunter – ist deine Privathaftpflichtversicherung zuständig.
Melde den Schaden so früh wie möglich deiner Versicherung, halte die Fotos, die Rechnung des Sanitärs und eine kurze Schadenschilderung bereit und wirf beschädigte Gegenstände nicht weg, bevor der Schaden aufgenommen wurde. Kläre bei grösseren Fällen mit der Versicherung ab, wer die Trocknungsfirma beauftragt – so vermeidest du, auf Kosten sitzenzubleiben.
Rohrbruch vorbeugen: So senkst du das Risiko
Viele Wasserschäden lassen sich verhindern. Tausche spröde Zulaufschläuche an Waschmaschine und Geschirrspüler alle paar Jahre und dreh die Geräteventile zu, wenn du länger abwesend bist. Ein Aquastop-Schlauch oder ein Wasserstopp-Sensor warnt oder sperrt bei Leckagen automatisch.
Im Winter ist Frost die häufigste Ursache: Entleere Aussenleitungen und Gartenhähne rechtzeitig und halte selten geheizte Räume mit Wasserleitungen frostfrei. Ältere verzinkte Leitungen neigen zu Korrosion – bei wiederkehrend braunem Wasser oder Feuchtstellen lohnt sich eine Kontrolle durch den Sanitär.
Prüfe einmal, wo dein Haupthahn ist und ob er sich leicht schliessen lässt, und notiere die Nummer eines Sanitär-Betriebs mit Pikettdienst. Auf CityHero kannst du passende Betriebe für Sanitär, aber auch verwandte Gewerke wie Maler oder Reinigung für die Instandsetzung nach dem Schaden vergleichen und direkt anfragen.
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Häufige Fragen
Wo finde ich den Haupthahn zum Wasser abstellen?
Der Haupthahn sitzt meist im Keller nahe dem Wasserzähler, in Mehrfamilienhäusern oft im Technik- oder Kellerraum. In Wohnungen findest du die Absperrung häufig im Bad- oder Küchenschrank oder im Korridor. Dreh ihn im Uhrzeigersinn ganz zu. Suche ihn am besten schon vor einem Notfall und prüfe, ob er sich leicht schliessen lässt.
Wann muss ich wirklich den Sanitär-Notdienst rufen?
Immer dann, wenn nach dem Zudrehen des Haupthahns weiterhin Wasser austritt, wenn du die Absperrung nicht findest oder sie klemmt, oder wenn Wasser in andere Räume, Decken oder die Nachbarwohnung dringt. Kannst du das Wasser sicher abstellen und läuft kein Folgeschaden, reicht oft ein Termin am nächsten Werktag – das ist meist günstiger.
Was kostet ein Sanitär-Notdienst in der Schweiz?
Ein regulärer Einsatz liegt typischerweise bei CHF 90–150 pro Stunde plus Anfahrt und Material. Nachts, am Wochenende oder an Feiertagen kommen Notfallzuschläge dazu, sodass die Ansätze je nach Betrieb und Kanton oft bei CHF 150–250 oder mehr liegen. Angaben ohne Gewähr – lass dir Grössenordnung und Zuschlag vorab bestätigen.
Welche Versicherung zahlt bei einem Wasserschaden?
Die Hausratversicherung mit Wasserdeckung kommt für dein bewegliches Eigentum wie Möbel und Geräte auf, die Gebäudeversicherung für Schäden am Gebäude und an fest verbauten Leitungen. Schäden, die du bei anderen verursachst, deckt deine Privathaftpflicht. Voraussetzung ist meist ein plötzliches, unvorhergesehenes Ereignis – nicht vernachlässigter Unterhalt.
Muss ich als Mieter den Sanitär selbst beauftragen?
Bei einem Rohrbruch am Gebäude beauftragt in der Regel die Verwaltung oder der Eigentümer den Handwerker. Informiere deshalb umgehend Verwaltung oder Hauswart. Die Sofortmassnahmen – Wasser abstellen, Strom sichern, Schaden mindern – musst du aber selbst sofort ergreifen, unabhängig davon, wer am Ende die Rechnung bezahlt.
Wie beuge ich einem Rohrbruch vor?
Tausche spröde Zulaufschläuche an Waschmaschine und Geschirrspüler regelmässig und dreh die Ventile bei längerer Abwesenheit zu. Entleere Aussenleitungen und Gartenhähne vor dem Winter gegen Frost und halte Räume mit Leitungen frostfrei. Ein Aquastop-Schlauch oder Wassersensor schützt zusätzlich. Bei alten, korrodierten Leitungen lohnt sich eine Kontrolle durch den Sanitär.
Alle Preisangaben sind Richtwerte ohne Gewähr; tatsächliche Preise variieren je nach Anbieter, Region und Aufwand.