Bei einer Akupunkturbehandlung setzt die Therapeutin sterile Einwegnadeln an ausgewählten Punkten, die auf Leitbahnen (Meridianen) liegen. Die Nadeln bleiben meist 15 bis 30 Minuten liegen, während Sie entspannt liegen. Der Einstich ist deutlich feiner als bei einer Spritze; oft spürt man nur ein leichtes Ziehen oder ein Schweregefühl, das in der TCM als «De-Qi» bezeichnet wird. Ergänzend kommen Techniken wie Moxibustion (Erwärmen mit Beifusskraut), Schröpfen oder Ohrakupunktur zum Einsatz.
Vor der ersten Sitzung steht eine ausführliche Anamnese: Puls- und Zungendiagnose gehören zur klassischen TCM-Untersuchung. Daraus leitet die Therapeutin ein individuelles Punktemuster ab. Eine Behandlungsserie umfasst meist mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Tagen bis zu einer Woche, da sich die Wirkung oft über mehrere Termine aufbaut.
Häufige Anwendungsgebiete sind chronische Schmerzen (Rücken, Nacken, Knie), Migräne und Spannungskopfschmerzen, Beschwerden des Bewegungsapparats, Schlafstörungen, Stress sowie Begleitbehandlung bei verschiedenen Beschwerdebildern. In der Schweiz ist zwischen zwei Wegen zu unterscheiden: Führt eine Ärztin mit entsprechendem Fähigkeitsausweis (FMH) die Akupunktur durch, kann sie unter Bedingungen von der Grundversicherung übernommen werden. Bei nichtärztlichen Therapeutinnen (z. B. mit eidgenössischem Diplom in Komplementärtherapie oder TCM) beteiligt sich in der Regel die Zusatzversicherung, sofern der Therapeut anerkannt ist (etwa EMR/ASCA).
Die Kosten liegen als Selbstzahler bei rund CHF 100 bis 160 für die Erstsitzung inklusive Anamnese und CHF 80 bis 130 für Folgesitzungen (ohne Gewähr). Prüfen Sie vor Beginn die Anerkennung des Therapeuten und den Umfang Ihrer Zusatzversicherung, damit die Rückerstattung geklärt ist.