Die Methode geht davon aus, dass sich Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit in einem feinen, rhythmischen Puls bewegen und dass die Hülle um Gehirn und Rückenmark bis zum Kreuzbein reicht. Die Therapeutin legt die Hände sehr leicht auf – oft mit kaum spürbarem Druck – und «lauscht» diesem Rhythmus, um Spannungsmuster zu erkennen. Über gehaltene, minimale Impulse soll sich das Gewebe entspannen. Es handelt sich um eine komplementärtherapeutische Methode; die zugrunde liegenden Modelle sind wissenschaftlich umstritten, viele Menschen erleben die Behandlung jedoch als tief entspannend.
Eine Sitzung dauert meist 50 bis 60 Minuten und findet in bequemer Kleidung auf einer Liege statt. Man liegt entspannt, während die Therapeutin nacheinander verschiedene Kontaktstellen (Füsse, Kreuzbein, Nacken, Kopf) einnimmt. Viele beschreiben ein Gefühl von Wärme, Loslassen oder tiefer Ruhe; manchmal treten während oder nach der Sitzung Emotionen oder Müdigkeit auf.
Nachgefragt wird Craniosacral-Therapie bei stressbedingten Beschwerden, Spannungskopfschmerzen und Migräne, Nacken- und Rückenverspannungen, Schlafproblemen, zur Begleitung in belastenden Lebensphasen sowie bei Säuglingen und in der Schwangerschaft. Sie versteht sich als ergänzende Methode und ersetzt keine ärztliche Abklärung bei ernsthaften Beschwerden.
In der Schweiz kann Craniosacral-Therapie mit einem eidgenössischen Diplom als Komplementärtherapeutin ausgeübt werden. Sie ist keine Leistung der Grundversicherung, wird aber von vielen Zusatzversicherungen (bei anerkannten Therapeuten, z. B. mit EMR-Registrierung) teilweise übernommen. Der Richtwert liegt bei rund CHF 120 bis 160 pro Sitzung (ohne Gewähr).