Beim Microneedling wird ein Gerät mit vielen feinen Nadeln – ein motorisierter Pen oder eine Roller-Walze (Dermaroller) – über die Haut geführt. Die winzigen, kontrollierten Mikroverletzungen lösen die natürliche Wundheilung aus, wodurch der Körper vermehrt Kollagen und Elastin bildet. Diese kosmetische Variante (Collagen Induction Therapy) arbeitet meist mit Nadeltiefen von 0.25 bis 1.5 Millimetern; grössere Tiefen bleiben medizinischem Fachpersonal vorbehalten. Oft werden während oder nach der Behandlung Wirkstoffseren, etwa Hyaluronsäure, eingearbeitet, da die Kanäle die Aufnahme verbessern.
Der Ablauf beginnt mit Reinigung und einer Betäubungscreme, die 20 bis 30 Minuten einwirkt. Das eigentliche Needling dauert 20 bis 40 Minuten. Danach ist die Haut gerötet wie nach einem leichten Sonnenbrand, was sich meist innert ein bis drei Tagen legt. In dieser Zeit sind Sonnenschutz, kein Make-up am Behandlungstag und milde Pflege wichtig. Sichtbare Ergebnisse zeigen sich nicht sofort, sondern über Wochen, weil der Kollagenaufbau Zeit braucht.
Microneedling eignet sich bei grossen Poren, Aknenarben, feinen Fältchen, unebenem Hautbild und beginnender Hauterschlaffung. Meist sind mehrere Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen nötig – häufig eine Kur von drei bis sechs Behandlungen. Nicht geeignet ist die Methode bei aktiver Akne, Entzündungen, Ekzemen oder Herpes im Behandlungsbereich. Hygiene und sterile Einweg-Nadelmodule sind zwingend.
In der Schweiz kostet eine Microneedling-Sitzung im Kosmetikstudio üblicherweise CHF 150 bis 300 pro Behandlung, je nach Areal und eingearbeiteten Seren (ohne Gewähr). Kurpakete mehrerer Sitzungen werden oft vergünstigt angeboten. Medizinisches Needling mit grösserer Nadeltiefe kostet mehr und gehört in ärztliche Hände.